San Francisco – I lost my Heart

Die Ankunft in San Francisco war unterkühlt- um nicht zu sagen eiskalt. Um 5.30 Uhr war ich auf dem Hauptdeck, da wir um 5.45 Uhr unter der Golden Gate Bridge herfahren sollten (bei absoluter Dunkelheit und 5 Grad Celsius). Es regnete und außer mir waren nur ein paar verstreute Raucher unterwegs.

Gehen 5.45 Uhr füllte sich das Deck langsam- der Regen hatte aufgehört, kalt war es trotzdem! Und wir mussten noch bis 6.35 Uhr warten. Die Golden Gate Bridge ist nicht spektakulär beleuchtet- ihre Wirkung ist für das Tageslicht gedacht. Trotzdem blieben alle bis wir unter der Brücke durch waren.

Mit blau gefrorenen Fingern ging es dann endlich zu einer heißen Tasse Kaffee. Als die Sonne aufging, war der Himmel fast wolkenlos und wir lagen an Pier 28 – gegenüber der Bay Bridge.

Nun konnte unser Ausflug beginnen – die Highlights von San Francisco, um einen Überblick zu bekommen. Frisco hat 880.000 Einwohner – wobei die Bewohner der Suburbs hier nicht mitgezählt sind. Wir fuhren an neuen und alten Häusern vorbei – bergauf und bergab. Das verheerende Feuer nach dem großen Erdbeben 1906 hat nachhaltig zu einem anderen Stadtbild beigetragen.

Die Stadt brennt – der Feuerwehrchef ist überfordert

Wir erfuhren, dass das Feuer durch die Gasleitungen entstand und sich schnell auf die einzelnen Häuser übertrug, da sie direkt und ohne Zwischenraum aneinander gebaut waren. So konnte man keine Wassersperren dazwischen errichten. Der zweite Grund für die katastrophalen Auswirkungen allerdings war: der Chef der Feuerwehr kam vom Militär. Seine einzige Sorge war, dass die leerstehenden Häuser geplündert werden. Er forderte die Bevölkerung auf, ihr Eigentum zu schützen und darauf zu achten, dass niemand ihr Haus plündert. Dadurch half kein Nachbar dem anderen. Zusätzlich stellte er Personal ab, das niemanden in die Häuser ließ, anstatt Leute für sinnvolle Sprengungen und Löscharbeiten abzustellen. Deshalb brannte ein Drittel der Stadt ab.

Die unversehrten Häuser sehen sehr schön aus und tragen so zu einem unvergleichlichen Charakter der Stadt bei.

Natürlich fuhren wir auch über die Golden Gate Bridge und hielten kurz dahinter, um den Ausblick zu genießen. Sie gehört seit 1995 zu einem der 5 Weltwunder. Sie ist 227 m hoch und 2737 m lang. Jeden Tag fahren 120.000 Fahrzeuge darüber. Erbaut wurde sie von Joseph B. Strauss, einem Bauingenieur, der viele Schwierigkeiten zu überwinden hatte: Strömungen, Nebel, Erdbebenrisiken- um nur einige zu nennen. Letztendlich war sie fertig und sollte im üblichen Grau gestrichen werden. Vorgestrichen war sie schon mit Rostschutzmittel, bei uns auch Menige genannt. Die Farbe gefiel der Bevölkerung so gut, dass sie beibehalten und umbenannt wurde in ‚International Orange‘.

Weiter ging es zu Twin Peaks: einem fabelhaften Aussichtspunkt, wenn das Wetter gut ist. Im Sommer ist es hier oft nebelig – um diese Jahreszeit aber herrscht klare Sicht. Ein toller Ausblick erwartete uns.

Wir waren sehr beeindruckt und überwältigt von diesen Bildern. Zurück im Bus fuhren wir weiter zu Lands End – einem wunderschönen Park an einer Naturbucht.

Das Ende des Ausfluges bedeutete für uns, nun auf eigene Faust die Stadt zu erobern – und wie macht man das? Natürlich mit dem Cable Car.

Dabei läuft das Kabel in einem Graben unterhalb der Straße – und zwar als Endloskabel. Am Ende einer Linie wird der Wagen auf einer Drehscheibe gedreht und kann auf dem Gegengleis mit dem rücklaufenden Seil zurückfahren.

Um diese Jahreszeit halten sich die Wartezeiten in Grenzen und wir saßen schon bald in den altertümlichen Wagen.

Die tollsten Ausblicke über die Stadt – fotografieren leider nur bedingt möglich, da die Cable Car nicht nur von Touristen sondern auch von den Einheimischen benutzt wird. Sie war also proppenvoll, was aber dem Genuss keinen Abbruch getan hat.

Zum Abschluss des Tages wollten wir nicht auf dem Schiff essen, denn wir blieben ja noch einen Tag. Also entschieden wir uns, ein Restaurant mit Aussicht zu suchen. Und wir bekamen eine tolle Empfehlung: oberhalb vom Kaufhaus Macy’s ist ein Restaurant namens Cheesecake Factory.

Wir gingen hin und wurden nicht enttäuscht: toller Blick und tolles Essen (jede Speise ist mit Kalorienangaben versehen)! Wir saßen draußen – gewärmt von sogenannten ‚Heatern‘ (nicht gerade umweltschonend) und genossen den Ausblick. Warum das Restaurant Cheesecake Factory heißt? Der Inhaber (ursprünglich ein Bäcker aus Italien) ist für seine Cheesecakes bekannt (fängt bei 1100 Kalorien pro Stück an und hört bei 2800 Kalorien pro Stück auf.

Der Abend endete mit einer Überraschung: von unserem Stateroom aus sahen wir die Bay-Bridge mit toller Beleuchtung. Und diese Beleuchtung wechselte- ein Lichtspiel der besonderen Art. Ich kann definitiv sagen, der Song ist zutreffend: I lost my heart…Wir freuten uns auf den nächsten Tag: Alcatraz, Sausalito und Fisherman’s Wharf. Seid gespannt!

Ein Kommentar zu „San Francisco – I lost my Heart

  1. Moin Moin , bei dem Bericht kann man sein Herz verlieren . Toll . Das Gericht aus dem Cheesecake habe ich gestern Abend selbst gekocht . Vielleicht sollte ich es einmal persönlich vergleichen ….. Schöner Blog . Sehr schön berichtet . Rainer aus BGL

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