Nach einer sehr bewegten Nacht (nicht das was ihr denkt) mit Wellen von 6 Metern und Sturm kamen wir in Honolulu an: sonnig, wenig Wind, als sei nichts gewesen. Spätestens jetzt wird klar warum Honolulu auf hawaiianisch ‚Geschützte Bucht‘ heißt! Es erwartet uns eine saubere Stadt, sehr quirlig – dazu im krassen Gegensatz die Berge und Regenwälder im Hinterland. Seit 1926 begrüßt der Aloha Tower am Hafen die Menschen aus aller Welt!

Und unweit dieses Towers sieht man im Wasser an der Oberfläche die schönsten Fische schwimmen.

Die ersten Bewohner von Hawaii kamen mit Kanus aus Tahiti und von den Marquesasinseln. Sie brachten nicht nur Saatgut mit, sondern auch eine hochentwickelte Kultur. Dabei spielte ‚ohana‘ die Großfamilie eine wichtige Rolle – und das ist bis heute so. Die Eltern gehen arbeiten, die Kinder werden von den Großeltern betreut. Im Alter werden die Omas und Opas von der ‚ohana‘ versorgt – Altenheime gibt es hier nicht.

Die ersten Einwohner kämpften ums Überleben und gegen andere Inseln, deshalb konnten sie nur kräftige Nachkommen gebrauchen. Sie zogen ihre Kinder in den fruchtbaren Wäldern und Bergen groß – wurden sie allerdings krank, warfen sie den Nachwuchs einfach über die Klippen ins Meer.

Der Zusammenhalt (laulima) innerhalb der ‚ohana‘ ist wichtig! Noch wichtiger allerdings ist ‚aloha aina‘ – die Liebe zum Land!
1810 gelang es dem Adligen Kamehameha, die streitigen Inseln Hawaiis zu einen. Er intensivierte den Handel mit den USA und errichtete ein einheitliches Schulsystem. Seine Statue grüßt vor dem Iolani-Palast hoheitsvoll mit erhobenem Arm.


Der Palast wurde ebenfalls von ihm errichtet. Für dessen Bau ließ er sich von den europäischen Schlössern und Palästen inspirieren.
Durch die wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen setzten immer mehr Amerikaner ihre Schritte auf die Insel als Plantagenbesitzer, Grundherren und Geschäftsleute. Und schließlich übernahmen sie 1887 den strategisch interessanten Marinestützpunkt Pearl Harbour (dazu später mehr). Durch einen Putsch wurde die Monarchie gestürzt und die Zeit der Republik Hawaii begann, 1899 annektierten die Vereinigten Staaten den Archipel und 1959 wurde er schließlich zum 50. Bundesstaat der USA.
Die Hawaiianer witzeln heute noch darüber, warum sie zum 50. Bundesstaat wurden: Weil sie damals schon planten die Serie „Hawaii Fünf Null“ zu drehen! Eine andere Zahl hätte nicht so gut geklungen.
Fährt man aus den Touristengebieten weg in die Berge, findet man eine andere Welt. Fruchtbare Böden und sattes Grün begeistern das Auge.

Der Hauptexportartikel Ananas wird heute nur noch für den heimischen Markt angebaut. Die berühmte Marke Dole mit ihrer Produktionsstätte auf der Insel Oahu weicht auf Länder wie Costa Rica aus, die Kosten sind einfach geringer!
Entlang von Banyanbäumen, Bambus und wildem Ingwer gelangt man zum ‚Punchbowl‘. Ein erloschener Vulkan, der durch Eruption entstand. Er war früher ein Ort ritueller Menschenopfer. Der Blick ist atemberaubend und man vergisst diese historischen Rituale schnell.




In diesem Gebiet liegt auch der Ehrenfriedhof für viele Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.


Pearl Harbour – ein entscheidendes Ereignis
Die Beziehungen zwischen den USA und Japan waren seit 1937 angespannt. Als Druckmittel gegen die befürchtete weitere Ausdehnung des japanischen Kaiserreichs nach Südostasien nutzten die Vereinigten Staaten die Abschreckungswirkung ihrer schlagkräftigen Pazifikflotte – und die strategisch wichtigste Basis lag in Pearl Harbour.


Die Amerikaner hielten einen Angriff der Japaner auf den Philippinen für wahrscheinlicher und versetzten die Streitkräfte auf Hawaii nicht in erhöhte Alarmbereitschaft. So konnte sich die japanische Flotte unerkannt Pearl Harbour nähern. Am Morgen des 7. Dezember 1941 griffen über 350 Kampfflugzeuge an. Die USA verloren acht Schiffe, weitere sechs wurden beschädigt.
Das Schlachtschiff „Arizona“ explodiert und sinkt innerhalb von Minuten mit 1177 Soldaten an Bord. Über 400 Soldaten sterben auf dem Schlachtschiff „USS Oklahoma“. Insgesamt sterben 2400 Soldaten und Zivilisten. Am 8. Dezember erklären die USA den Japanern den Krieg. Deutschland und Italien reagieren als Verbündete Japans nur vier Tage darauf mit Ihrer Kriegserklärung gegenüber den USA. Der Konflikt weiter sich endgültig zum Weltkrieg aus.
Nach einem eindrucksvollen Film von 25 Minuten geht es mit dem Boot zum USS Arizona Memorial. Wir können das Schiff leider nicht verlassen, da das Mahnmal aus weißem Marmor seit einiger Zeit wegen Renovierung geschlossen ist. Vom Boot aus können wir jedoch die unter dem Mahnmal liegende „USS Arizona“ erkennen.


Überall sind Gedenktafeln für die Toten aufgestellt. Die Submarine „USS Bowfin“ – ein U-Boot, das im Zweiten Weltkrieg eingesetzt war ist begehbar.


Es ist schon sehr bedrückend, wenn man bedenkt, was auf dieser wunderschönen Insel passiert ist. Wir sind froh, wieder im Bus zu sitzen und die Aussicht auf Honolulu zu genießen.

Es ist schade, dass wir nur einen Tag hier sind – aber wir haben das Beste daraus gemacht. Zurück auf dem Schiff erwartet uns ein toller Blick auf das Hafen- und Bankenviertel.

Und die Queen Victoria ist auch schon in Abendstimmung. Es ist schön, einfach den Ausblick auf den Waikiki Beach und die Ruhe genießen zu können.


Am späten Abend spielt die Schiffsband Equinox auf dem hinteren Deck – natürlich tanzt man nicht nur, sondern genießt auch den passenden Cocktail: Pina Colada.



Nun geht es weiter in die Südsee – wir freuen uns schon sehr! Allerdings fahren wir dabei über die Datumsgrenze- das bedeutet, wir überspringen einen Tag. Und wir haben eine Äquatortaufe!!! Ich werde berichten.