Samoa – die Wiege Polynesiens

So nennen die Samoaner ihr Land voller Stolz, das tief verwurzelte Traditionen pflegt und dörfliches Leben erhält. Sie pflegen allerdings ihre Feindschaft zu Tonga (unser nächstes Ziel), da sie von Tonga bis ins Jahr 1250 beherrscht wurden.

Das Lebenszentrum der Einwohner ist ihr Dorf (nu’u), indem eine Anzahl von Großfamilien (‚aiga) lebt. Hier spielt Das Individuum nur eine untergeordnete Rolle – die Gemeinschaft ist wichtiger. Die Interessen der ‚aiga werden durch ein Oberhaupt vertreten (matai), der alles innerhalb der Dorfgemeinschaft regelt.

Begrüßung mit Gesang

Samoa besteht aus insgesamt 9 Inseln, die Hauptstadt ist Apia, in der wir angelegt haben. Es war Sonntag als wir ankamen, und die Inselbewohner sind sehr streng katholisch. Deshalb sind alle Geschäfte geschlossen, die Familien kommen zusammen und verbringen den Tag gemeinsam.

Kurz vor dem Anlegen hörten wir Gesang – und tatsächlich begrüßten uns die Einheimischen mit ihren Liedern. Es war wunderschön und trieb uns die Tränen in die Augen. Ein Traum ist wahr geworden- wir sind in der Südsee.

Zerstörung durch den Zyklon ‚Evan‘

2012 wurde Apia weitgehend durch den Zyklon ‚Evan‘ zerstört. Auch hier zeigt sich, wie wichtig die Gemeinschaft ist. Jeder hilft dem Nachbarn, sein Haus wieder aufzubauen. Auch das Regierungsgebäude wurde zerstört und von offizieller Seite neu gebaut.

Ebenfalls zerstört wurde die katholische Kirche in der Ortsmitte. Sie ist auf dem alten Fundament neu erbaut und wirklich wunderschön. Hier finden Sonntags 6 Messen statt: vormittags 3 und nachmittags ebenfalls 3. Die Türen an den Seiten sind stets geöffnet, sodass eine Brise vom Meer für frische Luft sorgt.

Von hier aus hatte man einen tollen Blick auf die Queen Victoria.

Apia – die deutsche Vergangenheit

Die Hauptstadt gehört zu dem Teil der Insel, der nach der Annullierung des Vertrages (gemeinsame Verwaltung der USA, England und Deutschland) 1899 Deutschland zufiel. Die einheimische Währung Samoan Tala zeigt die deutschen Wurzeln mit der damaligen Währung Taler. Die Deutschen sind hier nach wie vor beliebt, da sie das Land durch Organisation und Struktur zum Erfolg gebracht haben. Seit 1962 ist Samoa unabhängig.

Allerdings ist das deutsche Denkmal ziemlich Verfällen. Und auch die Stelle, an der zum ersten Mal eine deutsche Flagge gehisst wurde, ist kaum noch zu erkennen.

Auf allen 9 Inseln leben ca. 200.000 Menschen – in Apia rund 60.000. 98,4 Prozent der Bewohner sind Christen. Die Durchmischung mit anderen Völkern ist gering – 93 Prozent sind Samoaner.

Villa Vailima

Der Ausflug führte uns weg vom Meer in höhere Regionen. Unser Tourguide Mathew (22 Jahre alt) erzählte uns auf dem Weg dorthin, dass die Großfamilien ihre Toten auf ihren Grundstücken begraben, ja teilweise sogar im Haus. Die Vorstellung mag für uns gruselig sein – auf Samoa gehört sie zur Kultur.

Wir besuchten einen Markt (der einzige, der geöffnet hatte) uns sahen dort sehr leckere einheimischen Früchte: Brotfrüchte, Banane, Taro und viele mehr.

Wenn man ‚Die Schatzinsel‘ gelesen hat, weiß man nach dem Besuch der Villa, woher Stevenson seine Inspiration hatte. Die Villa liegt in den Bergen inmitten von tropischen Pflanzen und Bäumen und trotzdem nah am Meer. Und hier hat der Schriftsteller gewohnt – von den Insulanern ‚tusilana‘ (Geschichtenerzähler) genannt.

Linksverkehr aus Kostengründen

Seit 2009 herrscht auf Samoa Linksverkehr! Dessen Einführung fand unter riesigem Protest der Einwohner statt. Allerdings ließ sich der damalige Premierminister Sailele Malielegaoi nicht davon abbringen. Er wollte eine größere Unabhängigkeit von den USA, denn die Einfuhr der Autos und damit die Preise waren zu hoch. Die Kosten der Fahrzeuge aus Neuseeland und Australien (beide mit Linksverkehr und dem Lenkrad auf der rechten Seite) ist wesentlich billiger. Deshalb gibt es seit 2009 nun Linksverkehr auf Samoa.

Lavalava – mal schwarz, mal bunt

Die Männer tragen hier Röcke, die man ‚lavalava‘ nennt. Hosen sind völlig unpraktisch wegen der Hitze. Zu offiziellen Anlässen wird der lavalava in schwarz getragen. Für die Freizeit wird die bunte Variante gewählt.

Und die Frauen stecken sich auf Samoa wirklich Blüten ins Haar. Wird die Blüte über dem rechten Ohr getragen, ist die Frau ‚zu haben‘. Links bedeutet, sie ist vergeben.

Unser Tourguide brachte uns zum Abschluss und ganz privat für Norbert und mich voller Stolz zu einem vor 3 Jahren eröffneten Resort – toller Strand und wunderschöne Blicke. Hier wurde natürlich das einheimische Bier getestet und ich habe aus einer frischen Koskosnuss, das Kokoswasser getrunken – köstlich!

Samoa hat unser Herz erobert – die Menschen sind sehr empathisch und freundlich. Das gehetzte Wesen der Europäer ist Ihnen völlig fremd. Wir kommen bestimmt wieder!

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