Bevor wir uns auf den Weg von Colombo zu den Seychellen machten, erhielten wir von unserem Kapitän wichtige Instruktionen. Da wir die nächsten zwei Tage durch ein Gebiet mit potenzieller ‚Piratengefahr‘ schippern, durften wir uns nach Sonnenuntergang nicht mehr auf unseren Balkonen und den öffentlichen Decks aufhalten. Die Lichter auf den Balkonen mussten ausgeschaltet sein, die Vorhänge zugezogen.
Queen Victoria fuhr mit sehr wenig Beleuchtung und hatte Beobachtungsposten auf Deck 3. Alle Passagiere mussten an einer Übung teilnehmen und sich (wenn man eine Balkonkabine hatte) um 10 Uhr morgens vor die Kabine setzen – und zwar neben die Tür. Es gab noch einmal eindringliche Anweisungen, die jeder zu befolgen hatte. Wir wurden von den Piraten verschont (welche Chance hätten sie auch gegen 1.800 Passagiere und 1.000 Mann Besatzung?) und freuten uns auf die Seychellen.
Die Republik Seychellen besteht aus etwa 115 Inseln, nach der Geologie sind es 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln. Die Hauptinsel ist Mahé mit Victoria, der Hauptstadt wo wir auch anlegen.
Mahé ist 154 Quadratkilometer groß (oder klein). Hier wohnen 90 Prozent der Einwohner – circa 72.000.
Zuerst ein paar Bilder zum Einstimmen.



Als wir im Morgengrauen ankommen, empfängt uns ein Sonnenaufgang, der seinesgleichen sucht. Er sieht so kitschig aus, wie man ihn von einigen Malern kennt. Wir hätten nicht gedacht, dass so etwas wirklich existiert.
Wir sehen Fischschwärme von vielen kleinen Fischen und Fischer, die noch ihre letzten Netze einholen.


Als wir von Bord gehen, werden wir musikalisch begrüßt und freuen uns sehr über den freundlichen Empfang.

Diesmal teilen wir uns mit unseren Reisebekannten Sigrid und Jürgen ein Taxi, das uns rund um die Insel fahren soll. Als erstes testen wir unseren potenziellen Fahrer, ob er genügend englisch sprechen kann. Er besteht den Test mit Bravour und wir fahren los. Sein sehr sauberes und erst 3 Jahre altes Auto macht einen sehr guten Eindruck auf uns. Der Fahrer verspricht uns, dass wir am Ende noch genügend Zeit für einen kleinen Strandaufenthalt und ein kurzes Bad im Indischen Ozean haben.

Übrigens: Benannt wurde die Insel nach dem französischen Admiral Bertrand-François Mahé de La Bourdonnais. Der französische Einfluss blieb bis 1814 bestehen, als die Inselgruppe von den Engländern annektiert wurde und bis zur Unabhängigkeit der Seychellen im Jahr 1976 Teil des Britischen Weltreichs blieb.
Auf unserem Weg rund um die Insel fuhren wir die Panoramastrasse Sans Souci Road und hielten an einer kleinen Straße in Glacis mit einem atemberaubenden Ausblick.


Der bekannteste und zugleich touristischste Strand auf der Hauptinsel Mahé ist die Bucht von Beau Vallon im Nordwesten der Insel. Das war unser nächster Stopp.
Am Strand von Beau Vallon sahen wir u.a. die größte Nuss der Welt – die Coco de Mer. Es handelt sich hierbei um die Frucht der Seychellenpalme, die als weltweit größte Kokosnussart gilt und ihren Namen durch ein Missverständnis erhielt. An verschiedenen Stellen des Indischen Ozeans wurden vereinzelt „Coco-de-Mer“-Samen angespült. Da man sich die Herkunft nicht erklären konnte, nahm man an, dass diese Kokosnuss unter Wasser wachsen müsse. In getrocknetem Zustand ist sie schwarz. Ist sie jedoch frisch, hat sie eine grüne Farbe und wiegt bis zu 20 Kilogramm.



Für unsere Enkelin erwarben wir hier eine Wackelschildkröte – sie wackelt mit dem Kopf, wenn man sie berührt. Das Material ist aus natürlich reiner Kokosnuss.

Natur und Naturschutz sind wichtige Themen: Die Seychellen sind das erste Land der Erde, das den Naturschutz in seine Verfassung aufgenommen hat. Mit rund 58 Prozent seiner Landfläche hat der Inselstaat mit Abstand prozentual den größten Anteil geschützter Gebiete weltweit.
Weiter ging es zum Mont Fleuri (klingt bombastisch, ist aber nur ein paar hundert Meter hoch) wo wir einen tollen Blick von oben auf die Queen Victoria hatten und auch das Regierungsgebäude sahen.


Ganz in der Nähe statteten wir den Riesenschildkröten einen Besuch ab, die hier geschützt werden.

Unser nächster Halt war eine Teeplantage, wo man die einzelnen Schritte der Teeherstellung sehen konnte. Auch von hier hatte man eine tolle Aussicht und wir erfuhren, dass gegenüber der Teeplantage in dem Hügel der Sohn des Scheichs von Abu Dhabi ein Haus – besser gesagt eine Art Palast hat.






Wir probierten von den Brotfrüchten, die wie Chips schmeckten und fuhren weiter nach Bel Air.

Von hier aus sahen wir die Inseln (von links) Conception, Ile Therese und Ile Aux Vaches – davor ein 5 Sterne Ressort.
Weiter ging es zu einem kleinen Strand in Port Glaud – sehr natürlich und sehr klein, aber reizvoll. Unser Taxifahrer fuhr danach von der Westküste zur Ostküste. Er erzählte uns während der Fahrt, dass er nur eine kleine Familie hat, nämlich drei Töchter. Sie alle leben aber nicht auf den Seychellen, sondern in Montreal/Kanada. Viele junge Leute kehren der Insel den Rücken zu und versuchen ihr Glück in anderen Ländern. Gerade wenn die Kreuzfahrtschiffe anlegen, wird die Sehnsucht nach der Ferne groß.

Und endlich waren wir am Ziel angekommen- Anse Royale! Das ist ein Strand, den die Einheimischen empfehlen mit einem kleinen Restaurant. Wir fühlten uns sofort wohl- die Bedienung war freundlich und wir wählten gekochtes Fleisch bzw. Tintenfisch mit Reis!


Denn es gilt die Regel, wenn man außerhalb des Schiffes isst: Broil it, peel it or forget it!
Es war wie im Paradies – zumindest konnte man sich vorstellen, wie es dort ist. Wir schwammen anschließend im Indischen Ozean. Allerdings ist das Baden nicht sehr erfrischend, denn das Wasser hat 30 Grad Celsius.

Auf diesen Baum hat sich keiner von getraut hinaufzuklettern- und einige junge Leute sind ebenfalls gescheitert.







Trotzdem war es wunderbar und wir bedauerten sehr, nun die Rückfahrt antreten zu müssen.
Vorbei am Flughafen Richtung Victoria – machten wir noch Halt in der Stadt und schlenderten ein wenig herum.




Schade, auch hier wären wir gerne noch ein wenig länger geblieben – aber Mauritius wartet!
Vor der Abfahrt gab es noch ein paar schöne Wolkenbilder.
