Mauritius liegt im Südwesten des Indischen Ozeans, circa 870 Kilometer östlich von Madagaskar. Zusammen mit Réunion zählen die Inseln Mauritius und Rodrigues zu den Maskarenen. Mauritius ist nur 65 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Insgesamt hat die Insel 1,3 Millionen Einwohner.
Die Hauptstadt ist Port Louis mit 150.000 Einwohnern, wo wir in der Morgendämmerung auch anlegen.

Da der nördliche Teil der Insel sehenswerter ist, haben wir auch einen Ausflug dorthin gebucht. Wir freuten uns über die Begrüßung der einheimischen Tänzerinnen – allerdings sollte der Tag nicht ganz so erfreulich enden.

Unser Tourguide ist diesmal ein junges Mädchen mit Namen Elisabeth. Sie spricht sehr gut deutsch (normalerweise buchen wir keine deutschsprachigen Ausflüge, aber leider war der englischsprachige ausgebucht!). Die deutsche Sprache hat sie während ihrer Ausbildung im Bereich Tourismus gelernt. Ihr Bruder träumt davon, einmal auf das Münchner Oktoberfest zu gehen!

Etwa zwei Drittel (68 %) der Einwohner sind Indomauritier, stammen also vom indischen Subkontinent. Ein großer Teil der übrigen Bevölkerung sind sogenannte Kreolen (27 %, ehemalige Sklaven aus Afrika und Madagaskar, mit anderen Gruppen, vor allem Europäern, vermischt). Ureinwohner gibt es nicht, da Mauritius vor der Kolonialisierung unbewohnt war und nur ab und zu von arabischen Seefahrern besucht wurde.
Nachdem die Portugiesen die Insel nur als Stützpunkt nutzten, aber nicht als Kolonie, begann die Besiedlung von Mauritius erst 1598 mit Inbesitznahme durch die Niederlande. Daher hat die Insel auch ihren Namen, denn sie wurde nach dem Prinzen Moritz von Oranien (lateinisch Mauritius) benannt. 1710 verließen die Niederländer die Insel, es kam die Besetzung durch die Franzosen. Hundert Jahre später eroberten die Briten die Insel. Erst 1968 wurde Mauritius unabhängig und 1992 nach Einführung einer neuen Verfassung zur Republik.
Unser Tourguide erzählte uns, dass die Amtssprache nach wie vor englisch ist, weil die Engländer als letztes da waren. Das ist eigentlich lustig, denn die Bevölkerung spricht untereinander kreolisch und zunehmend französisch.
Unser Weg führte uns an Kirchen und Tempeln vorbei ins Gebirge. Hindu ist auf der Insel die Hauptreligion. Allerdings leben hier so viele Religionen zusammen, dass Mauritius für jede Religion Feiertage hat – insgesamt 16.


Unser Ziel war ein Kolonialhaus – genannt Maison Eureka – das von einem Anwalt des früheren Gouverneurs errichtet wurde. Es liegt in Moka, einem kleinen Ort in den Bergen. Ein Franco Mauritianer hat es später übernommen. Er hatte 17 Kinder – alle mit derselben Frau! Das wäre heute undenkbar – die neue Generation hat nur ein maximal zwei Kinder. 1985 hat er alles verkauft und seit 1985 ist das Gebäude ein Museum. In dem Haus konnten wir sehen, wie die Familie früher gelebt hat. In den Räumen stand auch immer wieder ein Vogel – genannt Dodo! Es ist eine längst ausgestorbene Spezies, wird aber immer noch als Symbol verwendet.





Im Anschluss fuhren wir zum Fort Adelaide, das oberhalb von Port Louis einen wunderschönen Blick über die Stadt bietet. Das Fort wurde schon im 16. Jahrhundert von den Portugiesen errichtet in der Erwartung eines Bürgerkrieges, später im 17. Jahrhundert von den Franzosen weiter ausgebaut. Unter britischer Herrschaft erhielt es seinen Namen – benannt nach der Frau von William dem IV.




Der nun folgende Besuch des Botanischen Gartens war ein besonderes Highlight. Wir erfuhren sehr viel über die unterschiedlichen Palmenarten und bewunderten die schönen Palmenalleen.


In den Bäumen hingen die Flughunde, die wie wir erfuhren nicht nachtaktiv sondern auch tagaktiv sind. Elisabeth erzählte uns, dass die Flughunde zu einer richtigen Plage geworden sind.

Wir gingen weiter zu den größten Seerosen der Welt – ein grandioser Anblick. Diese Seerosen können bis zu 3 Kilogramm tragen. Deshalb war es nicht erstaunlich, dass ein Vogel regungslos am Rand saß und auf den richtigen Moment wartete, in dem er sein Futter aus dem Teich fischen konnte.




Was wäre ein Besuch in Mauritius ohne einmal bei den Lotusblumen gewesen zu sein. Die Zeit der Blüte ist zwar fast vorbei, aber einige Exemplare zeigten sich von ihrer besten Seite.




Elisabeth zeigte uns noch einen Baum, dessen Früchte Leberwurstfrüchte genannt werden – tatsächlich sehen sie so aus und sind wahnsinnig schwer.

Weiter ging es zu einem Zuckermuseum beziehungsweise zu einer Zuckerrohrplantage. Der Preis für Zucker ist so stark gesunken, dass ein Export kaum noch lohnt. Er wird hauptsächlich für die Herstellung von Rum benutzt. Wir erfuhren sehr viel über die Verarbeitung des Zuckerrohrs – die Prozesse ähneln denen in Europa.






Wir probierten etwas von dem 3-, 5-, 8-jährigem Rum, der in Holzfässern gelagert wird, die hauptsächlich aus Nordamerika stammen. Natürlich haben wir auch etwas Rum gekauft, um ein paar Freunde damit zu überraschen (inzwischen haben wir den Überblick über die Souvenirs verloren – wir wissen nur, dass wir einen zusätzlichen Koffer dafür benötigen. Aber es geht allen Weltreisenden so).
Gut gelaunt (nicht nur wegen des Rums) ging es weiter zum Cap Malheureux. Ein phantastischer Aussichtspunkt, bei dem man die unterschiedlichen Färbungen des Wassers bewundern kann. Für den Namen Cap Malheureux („Unglückskap“) gibt es übrigens zwei Deutungen. Im Jahr 1810 ging die britische Armee hier an Land und annektierte ganz Mauritius. Die zweite Erklärung ist, dass sich in der harmlos erscheinenden, aber strömungsreichen Wasserpracht vor dem Kap schon einige Schiffsunglücke ereigneten. Egal, die Fotomotive sind sehr schön.




Unser Tourguide führte uns noch in Grand Baie zu einem Supermarkt, in dem man einige notwendige Sachen zu moderaten Preisen kaufen konnte. Man freut sich über Papiertaschentücher, Zahncreme, Duschgel wegen der bekannten Marken wie Nivea, Colgate etc. Hier wird Reis in großen Säcken verkauft-wir dachten erst es sei Hundefutter.

Die Tour war zu Ende und wir streiften noch durch die Candan Waterfront Shopping Mall, wo wir tolle Sachen fanden, die auch wirklich in Mauritius hergestellt wurden. Dekoriert war die Mall mit lustigen Regenschirmen, die vor Regen aber hauptsächlich vor Sonne schützen.


Wir hatten vor den letzten Shuttlebus zum Schiff zu nehmen, das man zwar von der Mall aus sehen konnte – hinlaufen war aber nicht möglich. Wir trafen noch unsere Bekannten Sigrid und Jürgen vom Schiff und warteten mit anderen Gästen um 17.30 Uhr brav auf den Shuttlebus von Cunard. Alle Mann an Bord war 18.30 Uhr. Leider kam kein Bus, zum Glück wartete auch ein Besatzungsmitglied – Lisa vom Pursers Desk, eine Deutsche! Der Organisator für den Shuttlebus hatte immer neue Ausreden, warum wir noch warten mussten: Unfall auf der Strecke, Stau etc. Es wurde 18 Uhr, 18.15 Uhr – nichts geschah. Lisa war sich nicht sicher, ob das Schiff Bescheid wusste. Inzwischen hatte es geregnet und wir sahen einen schönen Regenbogen – beruhigend aber war das nicht.

Um 18.25 Uhr hörten wir das Schiffshorn und waren uns sicher, dass wir zurückgelassen wurden. Um 18.30 Uhr kam dann doch noch der Shuttlebus.

Wir fragten den Fahrer, ob ein Unfall oder Stau war. Er verneinte und sagte, er solle für gute Laune sorgen. Wir kamen um 18.50 Uhr am Schiff an – es war noch da. Die Besatzung begrüßte uns mit ‚Hope you had a wonderful day‘ – total daneben! Wir waren sehr verärgert und warten noch heute auf eine Entschuldigung. Zumal die Situation nicht ganz ungefährlich war – wir hatten ein paar Passagiere die Medikamente benötigen. Wären wir zurückgelassen worden hätte es große Probleme gegeben.

Wir fuhren aus mit Ziel Réunion – eine benachbarte Insel, wo wir uns unter anderem Meeresschildkröten ansehen werden. Bis dann!