In Killybegs waren alle Plätze für Ausflüge schon bei der Buchung im Februar vergeben. Die TUI lief diesen Hafen zum allerersten Mal an.
Dieser kleine Ort hat natürlich auch nicht so viele Taxen, dass er ein Schiff dieser Größenordnung bedienen könnte. Wir gingen von Bord und der örtliche Organisator für Taxen konnte uns da keine Hoffnung machen. Er riet uns, in das Touristenbüro im Ort zu gehen. Dort angekommen – übrigens ein Container – stellten wir fest, wie fit die Menschen hier im organisieren sind. Sie sagten uns zu, bis um halb zwei eine kleinen Bus mit Führung zu organisieren! Und es klappte!


Uns begrüßte ein netter junger Mann, der aus dem Ort kam und als Freiwilliger Führungen übernahm. Wir fuhren die alte Küstenstraße entlang und er erzählte, dass Killybegs nicht nur der größte Fischereihafen Europas ist, sondern dass sie mit Windrädern über eine Milliarde Pfund Umsatz machen. 30 Kreuzfahrtschiffe pro Jahr sorgen für Umsatz im Bereich Tourismus.
Der erste Stopp war am Muckross-Head, einer kleinen Halbinsel in der Grafschaft Donegal. Es ist ein sehr beliebtes Klettergebiet. Darüberhinaus gibt es hier zwei Strände, die bei Surfern sehr beliebt sind. Wir genossen den atemberaubenden Blick über die Bucht und sahen mehrere Kletterer in den gegenüberliegenden Felsen.


Während der Weiterfahrt fuhren wir am Spielfeld des Vereins CLG Chill Charta in Kilcar vorbei, dem 6-fachen Donegal-Meister. Da gerade Spielzeit war, hielten wir an, um ein wenig zuzuschauen. Gaelic Football ist eine Mischung aus Handball,Fußball und – wie unser Reiseleiter sagte- Kickboxen und Ringen. Der Football-Platz liegt direkt am Meer, was alleine schon etwas kurios ist, das Spiel ist für uns noch viel verrückter.

Man spielt den Ball mit den Händen und versucht ihn sich gegenseitig abzunehmen- mit allen Tricks und ziemlich brutal. Vor dem Tor ändert sich die Taktik und der Ball wird mit dem Fuß in das Tor geschossen. Landet er im Tor, gibt es 3 Punkte, wenn er über das Tor geht aber zwischen den beiden Stangen, gibt es einen Punkt. Die Tribünen sind aus Gras und man setzt sich einfach hin.


Wenn der Blick am Muckross-Head schon beeindruckend war, er wurde noch übertroffen. Zunächst hielten wir im Besucherzentrum von Sliabh Liag, um eine kleine Kaffeepause einzulegen und uns von unserem Reiseführer erklären zu lassen, dass wir nun zu eine der höchsten Meeresklippen Europas fahren.

Wir waren schon gespannt und konnten es bei der Fahrt dorthin kaum erwarten. Was wir sahen, übertraf unsere Vorstellungen – ein atemberaubender Blick! Man kann über den Bergrücken wandern auf dem sogenannten ‚One Man‘s Path‘ – herausfordernd und bei leichtsinnigem Verhalten gefährlich. Jedes Jahr lassen 5 Menschen dort ihr Leben, weil sie sich nicht an die Anweisungen halten. Für eine derartige Wanderung war keine Zeit. Deshalb genossen wir diese gewaltige Natur Irlands still und wagten uns auch auf die Holzplattform direkt über der Bucht – eine wahnsinnige Schönheit, die demütig macht. Hier wachsen auch die vielfältigsten alpinen Pflanzen und in einer Bucht leben hunderte von Robben.


Auf der Rückfahrt standen wir noch ganz unter diesen Eindrücken und konnten gut verstehen, dass Jessica Parker hier ein Haus direkt an der Küste hat, dass sie aber nur 4 Monate im Jahr bewohnt.
