

Während der Seetage wird hier schon einiges geboten: angefangen von der Modeschau der Offiziere einschließlich des Kapitäns (im grünen T-Shirt), Figuren auf dem Stateroom, bis hin zur ‚Glücksberatung‘ und einer buchbaren Tour hinter die Kulissen der Mein Schiff 3. Und diese Tour haben wir gestern gemacht – Bilder machen nicht erwünscht wie bei allen Reedereien. Aber die Fakten sind sehr interessant!

30 000 Brötchen, 4200 Liter Milch, 26 300 Eier und 37 500 Tassen Kaffee — wenn die „Mein Schiff 3“ zu einer Kreuzfahrt aufbricht, verbraucht sie das innerhalb von 7 Tagen.
Und noch viel mehr: zum Beispiel Mehl, Reis, Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Die deutschen Gäste können sich auf deutsche Küche verlassen, egal, wohin die Reise geht.
9500 Gerichte verlassen die Küche jeden Abend auf der Mein Schiff 3. Und zwar nur für die Hauptrestaurants »Atlantik« und »Mediterran«, wo den Gästen die Gänge am Tisch serviert werden. 230 Mitarbeiter stehen für alle zwölf Restaurants zur Verfügung, zwei Monate im Voraus müssen die Lebensmittelbestellungen gemacht werden – 650 Tonnen für 35 Tage. Eine gigantische Food-Maschinerie, in der aber erstaunlich viel Handwerk gefragt ist.
Brot, Kuchen, Suppen, Saucen: Alles wird an Bord gebacken und gekocht, aus frischen Zutaten und nicht aus industriellen Vorprodukten. Sogar die Nudeln werden an Bord hergestellt. »Da haben wir einen Pasta-Mann, der macht den ganzen Tag nichts anderes als Nudeln«, sagt uns der Koch. Besonders stolz ist TUI darauf, dass 25 bis 30 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel Bio-Qualität haben.
Zusätzlich gibt es einen Mann in der Besatzung, der den ganzen Tag nichts anderes tut als Figuren schnitzen aus Melonen etc.

Alles wird zentral in Hamburg gesteuert und von dort aus zu dem jeweiligen Schiff transportiert. Startet die Kreuzfahrt in Übersee, kommen die Lebensmittel mit einem Containerschiff, verderbliche Waren mit dem Flugzeug. „Für jedes Schiff gibt es einen Einkäufer“, erläutert uns der Koch. Inzwischen ist die Gesamtbeschaffung outgesourct an Food and Beverages Services der Firma Sea Chefs, einem Dienstleistungsunternehmen aus der Schweiz und Partner verschiedener Reedereien. Auch das Personal kommt von Sea Chefs, die auf die Wünsche der Besatzungen was die Schiffsauswahl angeht so gut wie möglich eingehen. Die Planung für Food and dauert zwei bis drei Monate. Die sind auch notwendig, denn für die Versorgung einer Karibikkreuzfahrt starten die Containerschiffe in Miami.

Doch wie wird entschieden, wieviel von welchem Nahrungsmittel an Bord kommt? „Es sind in erster Linie Statistiken und Erfahrungswerte“, sagt uns der Koch. Fleisch, Fisch und Mehl seien gut zu berechnen. Bei der letzten Reise ist der Tee ausgegangen, der wird dann nachgeordert und zum nächsten Hafen gebracht.
Dass ein Versorgungsschiff nicht rechtzeitig da sei, passiere zwar nur selten, doch dann sei Flexibilität gefragt. Oder wenn in einem Restaurant das Rinderfilet ausgeht, dann leiht sich die Küche Filet aus und bringt es am nächsten Tag hin. Denn zum Auftauen ist es zu spät für diesen Tag.

Die Kreuzfahrtindustrie bemüht sich, die Umwelt so gut wie möglich zu schützen. Das fängt bei der Wasseraufbereitung an und hört bei den Lebensmitteln auf. Die Lebensmittel die übrig bleiben, werden getrocknet und verbrannt oder im nächsten Hafen entsorgt.

Morgen sind wir auf Antigua – wir freuen uns schon darauf und werden berichten.