#Day 21: Grenada – The Spice Isle

Heute beginnt unsere Tour schon vormittags. Und unser weiblicher Tourguide heißt Sofia. Ihr Vater kommt aus Frankfurt und ihre Mutter aus Grenada. Ihr Englisch ist eine Mischung aus Denglish und English. Sehr witzig. Und sie ist sehr geschäftstüchtig, denn sie erwähnt, dass ihre Eltern die Big Sky Lodge betreiben, buchbar über booking.com!

Wir fahren ins Landesinnere zur Gemeinde St. Andrew. Während der Fahrt sehen wir viele Menschen, die Straßen anmalen, säubern und überhaupt viel für ein ordentliches Aussehen tun. Sofia erklärt uns, dass in den nächsten Tagen die 50jährige Unabhängigkeit von Grenada gefeiert wird. Am 7. Februar 1974 wurde Grenada unter Premierminister Eric Gairy von Großbritannien unabhängig.

Deshalb ist viel geschmückt – überall hängen Fahnen. Was jedoch die Sauberkeit angeht, werden einmal pro Woche alle Einwohner, die keine Arbeit haben, vom Staat verpflichtet, die Straßen zu säubern. Sonst erhalten Sie kein Geld. Die Arbeitslosigkeit beträgt 24 Prozent, das durchschnittliche Einkommen liegt relativ hoch bei 8613 Euro pro Jahr.

In St. Andrew angekommen, laufen wir zu den Marquis Falls, also den königlichen Wasserfällen. Der Weg ist ziemlich beschwerlich und man muss einige Male klettern.

Wir werden belohnt durch atemberaubende Ausblicke auf einen kaskadenartigen Wasservorhang, der 70 Fuß eine felsige Klippe hinab zum darunter liegenden Pool fließt. Der umliegende Garten und die üppige Vegetation bieten einen ruhigen Ort, um die Natur zu genießen.

Auf dem Rückweg hält Sofia an einem Kakaobaum an und lässt uns die Früchte lutschen, mit dem Hinweis ‚bloß nicht draufbeissen‘. Und sie schmecken tatsächlich nach süßem Kakao.

Jetzt haben wir uns eine Erfrischung verdient. Und natürlich gibt es den gewohnten Rumpunsch, der hier auf Grenada nicht so spicy schmeckt wie auf St. John‘s. Die Location hieß ‚Uncle‘s Bar‘ in Marquis und lag direkt an einem sehr natürlichen Strand.

Wir fuhren weiter zum Gewürzmuseum, denn der kleine karibische Außenposten von Grenada mit dem Spitznamen Isle of Spice ist seit 150 Jahren ein Synonym für den Gewürzhandel. Es ist am bekanntesten für Muskatnuss – die Pflanzen hier wurden in den 1840er Jahren von den Briten aus Indonesien importiert – und liefert heute rund 40 Prozent der jährlichen Muskatnussernte der Welt. Die Anwohner verwenden das Gewürz, um Marmeladen und Gelees zuzubereiten und klassische grenadische Gerichte zu würzen. Die Insel beherbergt auch viele andere Kräuter und Gewürze, darunter Zimt, Nelken, Lorbeerblätter, Kurkuma, Piment, Ingwer und Muskatblüte. Nicht zu vergessen der Kakao: Grenada ist auch bekannt für seine ausgezeichnete lokal produzierte Schokolade.

Im Museum konnte man die einzelnen Verarbeitungsschritte für Muskat sehen und auch einige ungewöhnliche Dinge probieren wie Muskatmarmelade – wird aber nicht mein Favorit.

Übrigens werden die Schalen der Muskatnuss als Einbrecherschutz vor die Tür gelegt, sodass man hört, wenn sich jemand der Haustür nähert. Ich habe mich daraufgestellt und tatsächlich das macht ganz schönen Krach.

Der nächste Stopp war ein Kratersee. Im zentralen Hochland von Grenada wurde der Grand Etang See im natürlichen Krater eines der erloschenen Vulkane der Insel gebildet. Mehrere Wasserfälle und Bäche fließen in den 6 Meter tiefen See, der jetzt mit hellblauem Wasser gefüllt ist und eine tropische Landschaft im Zentrum des Nationalparks von Grenada schafft.

Die eigentliche Attraktion jedoch sind die Affen, die hier am See leben. Sofia fragte, wer den Mut hat, den Affen auf den Arm zu nehmen. Natürlich war ich dabei. Sie legte mir ein kleines Stück Banane auf die Hand und schwups kam der Affe auf meinen Arm. Die Mona-Affen leben auch auf der Insel Grenada (normalerweise in Westafrika), da sie im 18. Jahrhundert an Bord von Sklavenschiffen auf dem Weg in die Neue Welt auf die Insel transportiert wurden. Sie sehen zwar etwas bedrohlich aus, sind aber friedliche Zeitgenossen.

Auf der Rückfahrt hielt unser Coach noch einmal kurz an und holte eine frische Muskatnuss vom Baum.

Sie erzählte uns auch, dass viele Einwohner direkt am Wasser wohnen möchten, obwohl ihnen die Regierung Häuser am Hang anbietet. Das bedeutet viele zerstörte Häuser wenn der Sturm kommt, die die Menschen dann immer wieder aufbauen.

Da wir am Sonntag in Grenada angekommen sind, waren alle Geschäfte geschlossen und auch sonst war nicht viel Leben in der Stadt.

Da es schon später Nachmittag war, gingen wir an Bord und sahen noch eine Braut, denn hier auf der Mein Schiff 3 finden einige Trauungen statt.

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