
In Santa Cruz auf Teneriffa – unserer letzten Destination vor Bremerhaven- sind wir gegen Mittag eingetroffen. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen von 23 Grad begrüßten uns – und nicht nur das: auch ein Schwarm Delfine heißt uns willkommen. Leider wie immer: keine Chance so schnell ein Bild zu machen.


Teneriffa haben wir schon einige Male besucht, deshalb lassen wir uns durch die Stadt treiben. Und auch hier: Karneval ist überall. Der große und berühmte Karnevalsumzug findet morgen statt- deshalb sind alle wichtigen Denkmäler, Bäume etc. eingezäunt – wie in Köln vor Rosenmontag. Die Geschäfte sind jedoch geöffnet und uns begegnen immer wieder verkleidete Menschen.

Der Karneval auf Teneriffa gilt als zweitgrößter der Welt. Nur Rio de Janeiro kann sich mit Teneriffa messen. Nichtmal das Rheinland, das in Deutschland traditionell den Karneval beherrscht, kann der größten Kanareninsel bei diesem Thema das Wasser reichen. Und sogar trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse lassen sich die Kanarios ihren “Carnaval” nicht nehmen. Sogar zur Zeit, als der Karneval verboten war, wurde er regelmäßig und getarnt als “Winterfest” begangen.

In der Hauptstadt Santa Cruz ruhen zu Karneval die politischen Geschäfte. Die Plaza de España wird umfangreich geschmückt und mit Dutzenden Ständen und Buden für die mehrtägigen Feierlichkeiten hergerichtet. Was in Düsseldorf das “Prinzenpaar” oder in Köln das “Dreigestirn”, ist auf Teneriffa traditionell die “Karnevalskönigin”. Sind sie und ihr Hof sowie die “Kinderkönigin” bestimmt, starten die Umzüge.

Ein weiteres kanarisches Ritual ist die “Bestattung der Sardine”. Auch dieser Tag wird in allen Teilen der Insel gefeiert. Besonders stechen dabei Puerto de la Cruz, Los Realejos und La Orotavaheraus. Die Sardine ist eine riesige, aus Lumpen und Pappmaché gefertigte Fisch-Puppe. In Santa Cruz wird sie auf einem Thron durch die Stadt getragen. Witwen, Klageweiber und sogar “schwangere” Männer verabschieden sich dahinter unter Tränen vom Karneval.

Während sich in der Hauptstadt der Karneval damit dem Ende neigt, geht es in Puerto de la Cruz nach der Bestattung erst so richtig los. In Deutschland unvorstellbar, bedeutet der eigentliche Abschied vom Karneval im Norden Teneriffas sogar erst den Startschuss für die Fiestas.
So hat es Puerto de la Cruz mit seinem Karneval sogar zur internationalen touristischen Attraktion geschafft. Der große Umzug findet dort traditionell am Samstag nach Aschermittwoch statt. Auch dabei ziehen Musikgruppen, maskierte Jecken und historische Wagen durch den Ortskern. Samba und internationale Delegationen bilden stets einen würdigen Rahmen.

Nach einem langen Marsch durch die Stadt setzen wir uns in eine kleine Bar und essen ganz frische Tapas – sehr lecker! Gegen 18 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Schiff. Wir laufen an der großen Kirmes vorbei, an Tribünen und sehen, dass inzwischen alles abgesperrt ist. Wir müssen einen riesengroßen Umweg laufen, um zum Schiff zu kommen und sind erst um 19.30 Uhr an Bord (alle Mann an Bord ist erst gegen 21.30 Uhr). Auf dem Weg sehen wir noch, wie die untergehende Sonne die Wolken anmalt.





Wir nehmen an der „Überschaubar“ einen Drink und werden von einem Gitarre spielenden Barmann überrascht. Ein sehr schöner Abschluss!
