Mit diesen Worten hat uns unser Tourguide empfangen, nachdem wir gerade von der Queen Anne kamen. Er sagte, entweder es ist so windig, dass eine Frisur mit Scheitel überflüssig ist oder es regnet und das Haargel wird ausgewaschen. Nun, zu Beginn der Tour hatten wir uns für das zweite entschieden – es regnete, was sich aber schnell änderte.
Kopenhagen ist eine der ältesten Hauptstädte der Welt. Das sieht man ihr jedoch nicht an, denn sie wirkt sehr modern. Trotz ihrer 1,2 Millionen Einwohner wirkt sie überschaubar und gemütlich.
Natürlich begann unsere Tour mit der Kleinen Meerjungfrau. Fast jeder an Literatur interessierte Erwachsene auf der Welt kennt Andersens herzzerreißende Geschichte von der kleinen Meerjungfrau, die sich in einen Prinzen verliebt, sich unter Qualen zu einem Menschen verwandeln lässt, zusehen muss, wie ihr Prinz eine andere heiratet und sich am Ende in Meeresschaum auflöst.


Das Schloss Amalienborg ist die Kopenhagener Stadtresidenz des Königs Frederiks X. Das Schloss besteht aus 4 Rokokopalästen, von denen zwei für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Margarethe wohnt im linken Teil des Schlosses. Die Anwesenheit des Königs wird durch seine Standarte symbolisiert. Aber leider war er heute nicht da.



Der Gefion Brunnen in Kopenhagen zeigt die Statue der Göttin Gefion aus der germanischen Mythologie, die ihre vier Söhne in Ochsen verwandelt haben soll. Die Sage erzählt, das Ochsengespann habe beim Pflügen aus der Mitte Schwedens ein großes Loch gerissen und die Landmasse in die Ostsee geschleudert. Das Loch in Schweden bildet heuten den Vänern-See. Aus dem herausgerissenen Landstück soll die Insel Seeland entstanden sein.


Schon im 17. Jahrhundert war der Wohnraum knapp in Kopenhagen. Deshalb entstand das Wohnquartier mit den gelben Reihenhäusern unter Christian IV. außerhalb der Stadtwälle mit über 600 Wohnungen für Seeleute der königlichen Marine. Doch Mitte des 18.Jhs. war die Siedlung mit den eingeschossigen, einfach ausgestatteten Häuschen überbevölkert. Um noch mehr Wohnraum zu schaffen, wurden die Häuser aufgestockt, weitere zweigeschossige Häuserreihen kamen dazu. Von den ursprünglichen Häusern ist heute nur noch eine Reihe erhalten.

Wir fuhren weiter zur Königlichen Oper auf der Insel Holmen ist. Sie ist als dänische Nationaloper eine der modernsten Bühnen der Welt. Institutionell ist sie Teil des Königlichen Theaters. Und obwohl es regnete, konnten wir trockenen Fußes durch einen Glasgang entlang der Oper laufen. Sehr angenehm, wenn der König die Oper besucht, aber auch für die normalen Zuschauer, wenn sie in Abendgarderobe anreisen. Die Oper wurde von dem größten und mächtigsten Unternehmen in Skandinavien Maersk gestiftet.
Das Gebäude wurde von dem Architekten Henning Larsen entworfen. Der Bau begann im Juni 2001 und wurde am 1. Oktober 2004 beendet und hat den Outstanding Structure Award gewonnen. Davon kann Köln nur träumen!




Nach der Tour hörte es auf zu regnen und wir entdeckten die Stadt zu Fuß. Natürlich musste man den echt dänischen Hot Dog probieren, den uns der Tourguide empfahl: rote Wurst mit Remoulade, Ketchup, Ziebeln und eingelegten Gurken in einem Brötchen. Es wird nicht unser Lieblingsessen!!


Anschließend liefen wir zur Gammel Strand. Das versteht sich als lokal verwurzeltes, international ausgerichtetes Kunst- und Kulturzentrum im Herzen von Kopenhagen. Das Ausstellungsprogramm präsentiert Kunst, die sich kritisch und differenziert mit der Gegenwart auseinandersetzt und den Fokus auf die großen Fragen der Zeit legt – vom persönlichen bis zum globalen Dilemma. Gammel Strand ist auch eine Plattform für Gespräche, Debatten und Aktivitäten, die die Menschen zusammenbringt.


Schöne Plätze, tolle Hotels, eine Fahrrad- und Autofreie Innenstadt, Kopenhagen ist eine Reise wert, war unser Resümee!




Übrigens gibt es in Kopenhagen laut dem dänischen Radfahrerverband mehr als fünfmal soviele Fahrräder wie Autos. 65% der Einheimischen pendeln mit dem Fahrrad zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni.
Innerhalb von Kopenhagen ist eine eigene. Stadt entstanden- Freetown Christiana. 1971 vereinnahmte eine Gruppe von Hausbesetzern einen ehemaligen Militärstützpunkt und gründete eine Gemeinschaft mit sozialer Freiheit und Unweltverantwortung. Sie erarbeiteten bis 2013 eigene Regeln und eine eigene Verwaltung. Seitdem haben die Einwohner offiziell die dänische Souveränität.

Selbstverständlich ist auch wieder unser neuseeländischer Vogel Kiko dabei, der jeden Abend fleißig Geschichten und Bilder unserer Reise an die Enkel schickt!

Farvel Kopenhagen – auf Wiedersehen.