Finnland ist bekannt als das Land der 1000 Seen – eine maßlose Untertreibung: es sind sage und schreibe fast 180.000. Vom obersten Deck der Queen Anne bekamen wir schon eine grobe Vorstellung davon.
Helsinki (auch das Barcelona des Nordens genannt) als Hauptstadt Finnlands bezaubert mit einem ganz eigenen Charme. Diese lebendige Metropole hat rund 600.000 Einwohner und liegt am finnischen Meerbusen. Hier trifft urbane Kultur auf maritime Natur, wie ich an einem monumentalen Beispiel zeigen werde. Der unkomplizierte nordische Lebensstil und die freundlichen Einheimischen machen es leicht, sich in diese nordische Stadt zu verlieben – die Hauptstadt des glücklichsten Landes der Welt – laut World Happiness Report!
Wenn wir in Deutschland von den Großstädten als „Grüne Lunge“ träumen, ist das in Helsinki schon lange Wirklichkeit. Die Stadt liegt direkt am Meer und besitzt 100 km Küstenlinie, über 300 wunderschöne Inseln und herrliche Parks.


Als erstes sahen wir während unserer Tour den Dom. Er ist das Wahrzeichen Helsinkis und wird von den Finnen auch als „Weißes Herz“ der Stadt bezeichnet.
Das liegt zum einen an seiner Lage. Zum anderen an seiner Farbe. Die „Tuomiokirkko“ (übersetzt „Dom“) in strahlendem Weiß wurde auf einem Sockel im Zentrum der Stadt erbaut. Dadurch ist der Dom von Helsinki bereits aus der Ferne sehr gut sichtbar.
Das Bauwerk steht am Senatsplatz und wurde zwischen 1829 und 1850 erbaut.
Gestaltet wurde der Helsinki Dom im klassizistischen Baustil. So besticht der Dom mit seiner Geradlinigkeit, seiner majestätischen Kreuzkuppel und den korinthischen Säulen.


In unmittelbarer Nachbarschaft sind neben dem Dom auch noch weitere Sehenswürdigkeiten wie das Hauptgebäude der Universität Helsinki, der finnischen Nationalbibliothek, das alte Senatsgebäude, heutiger Sitz des Staatsrates und das Haus der Ritter. Mitten auf dem Platz steht zudem die Statue Alexander II.



Der nächste Stopp war eine atemberaubend schöne Felsenkirche. Sie zieht jedes Jahr rund 500.000 Menschen in ihren Bann.
Die Felsenkirche zeichnet sich vor allem durch ihre beeindruckende Architektur aus, denn sie ist in einen Granitfelsen hineingebaut. Ihre 5 bis 8 m hohen Wände bestehen aus nacktem Granit und sind unbehauen. Das Dach der Kirche besteht aus Kupferdraht und umfasst 180 Fenster, die Tageslicht in das Kircheninnere fallen lassen.
Die kreisförmige Kirche wurde 1969 fertiggestellt. Sie spiegelt mit ihrer beeindruckenden Bauweise vor allem den architektonischen Expressionismus der 1960er Jahre wider. Neben der Verwendung für Gottesdienste der evangelischen Kirchengemeinde von Taivallahti (Taivallahden seurakunta) wird die Kirche regelmäßig für Konzerte genutzt. Sie war vor dem Bau sehr umstritten, viele Einwohner hatten Bedenken. Erst die Brüder Timo und Tuomo Suomalainen überzeugten mit ihrem überragenden Konzept.




Besonders beeindruckend war der Sibelius-Park durch das orgelförmige Sibeliusdenkmal. Jean Sibelius (1865-1957) war ein berühmter finnischer Komponist und dieser ist auch der Namensgeber des Parks. Dieses skandalträchtige sowie beeindruckende Denkmal wurde von dem Bildhauer Eila Hiltunen entworfen und gestaltet. Generell soll das Denkmal das Leben des rebellischen und patriotischen Musikers widerspiegeln.
Es handelt sich um einen schönen und außergewöhnlichen Park. Die Landschaft des Parks erinnert an das natürliche Lappland.




Und weiter ging es zum Freilichtmuseum Seurasaari auf der Gesellschaftsinsel etwas ausserhalb von Helsinki. Ursprünglich war die Insel Teil eines großen landwirtschaftlichen Betriebes. Daran erinnert heute aber nur noch der schwedische Name Fölisön – »Fohleninsel«. Bereits im Jahr 1889 wurde die Insel von der Stadt gepachtet.
1909 war dann schließlich die Geburtsstunde des Freilichtmuseums. Der Architekt Yriö Blomstedt und der Maler Akseli Gallen-Kallela fanden im mittelfinnischen Konginkangas den Bauernhof Nummela, der abgerissen werden sollte, und brachten in nach Seurasaari.
Heute besteht das Freilichtmuseum aus insgesamt 87 historischen Gebäuden, die aus den verschiedenen Gegenden Finnlands stammen und zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert erbaut wurden.







Wir ließen uns anschließend in der Stadt absetzen, weil wir uns noch ein bisschen treiben lassen wollten. Wir genossen die Vielfalt und immer wieder grüne Oasen an Straßen, wo sich die Menschen mitten in der Stadt zwischendurch erholen können.

Natürlich bummelten wir auch durch die berühmte Markthalle, die seit 1889 existiert. Der Market Square am Südhafen am Ende des Esplanade Parks ist Helsinkis internationalster und berühmtester Markt. Die Verkäufer der Old Market Hall verkaufen eine breite Palette von Produkten, darunter Käse, Fisch, Schalentiere, Fleisch, Gemüse, Obst und Backwaren sowie Gewürze, Kaffee und Tee.


Einige Fun Facts zu Finnland: Es lässt sich nicht leugnen, Finnen stehen auf Kaffee, den es hier gefühlt immer und überall gibt. So wundert es nicht, dass die Finnen weltweit den höchsten pro-Kopf-Verbrauch an Kaffee haben. Sie trinken im Schnitt doppelt so viel Kaffee wie die Deutschen.
Kartoffeln sind unheimlich billig? Das stimmt so nicht; im Sommer auf den Märkten kosteten in diesem Jahr die Kartoffeln € 3,– pro Liter!! Ja, ihr habt richtig gelesen, die Kartoffeln werden in Litern abgemessen.
Die spinnen die Finnen? Nun, zumindest stehen sie auf außergewöhnliche Wettkämpfe. Darunter Handyweitwurf, Moorfußball, Frauentragen, Gummistiefelwerfen, Sauna anheizen, Luftgitarre spielen und Heavy-Metal-Knitting. Die Wettbewerbe werden mit viel Spaß, aber auch Ehrgeiz durchgeführt und erfreuen sich teils großer internationaler Beliebtheit.
Natürlich sprechen die Finnen in der Regel zunächst einmal Finnisch und viele von Ihnen sehr git Englisch, aber Schwedisch ist zweite Amtssprache des Landes, auch wenn die Finnlandschweden mit etwa 300.000 eine kleine Minderheit sind und so lernen die Kinder in der Schule Schwedisch. Auf den Ålandinseln ist übrigens Schwedisch die erste Amtssprache. Deshalb sind auch alle Straßenschilder auf Finnisch und auf Schwedisch.

Mit großem Bedauern gingen wir an Bord, denn Helsinki hat uns so gut gefallen, dass wir auf jeden Fall noch einmal hierher kommen werden.
