Puntarenas – der bessere Kaffee

Puntarenas in Costa Rica 🇨🇷 ist der bisher kleinste Hafen, den wir angelaufen haben. Gut geschützt inmitten einer weitläufigen Bucht liegt eine schmale Landzunge mit niedrigen Gebäuden und und einem im rechten Winkel angelegten Pier. Hier legen wir am frühen Morgen sicher an.

Nach wenigen Schritten ist man im Ort, die üblichen T-Shirt und Souvenir-Stände, einige nette kleine Lokale und Bars. Das Leben scheint hier langsamer zu verlaufen als bei uns – man hat Zeit!

Costa Rica ist stolz darauf, politisch stabil zu sein, gilt als die ‚Schweiz Zentralamerikas‘ und hat seit 1949 keine Armee mehr.

Das Land lebt an erster Stelle vom Tourismus und nicht vom Kaffee, wie man meinen könnte. Unser Touristenführer sagte, der Kaffee von Costa Rica sei besser als der kolumbianische. Das war vor 20 Jahren noch anders. Die Produkte der Landwirtschaft wie Bananen, Mangos, Papayas und Ananas spielen beim Export eine große Rolle.

Wie haben einen Ausflug gebucht und sitzen in einem ganz neuen und modernen Reisebus. Unser Tourguide ‚Angel‘ zeigt uns die langgestreckten Bergketten des zentralen Hochlandes. Sie sind bis zu 3.500 m hoch. Dort gibt es zwei Wetterlagen: rainy und rainy/rainy – mit anderen Worten es regnet jeden Tag! An der Pazifikküste ist es jedoch immer trocken und warm.

Wir fahren vorbei an einem kleinen Hafen, in dem Bananen-Frachter beladen werden, in einem längst erloschenen Vulkan-Krater. Man sieht reiche Vegetation: Bananenstauden, Mangobäume überall – es sieht nach einem gewissen Wohlstand aus. Der erste Stopp ist bei einer Kooperative, in der Obst produziert wird.

Wir probieren ganz frische Früchte, die vor einer Stunde noch am Baum hingen und sind begeistert von diesem vollen und fruchtigen Geschmack. Wir versuchen, die deutschen Touristen zu ignorieren, die fragen, warum die Früchte nicht gekühlt sind. Die Souvenirs hier sind aus der Region und handgemacht und nicht ‚Made in China‘.

Die zweite Station ist in einer kleinen Stadt in den Bergen (Esparza). Dort tanzen die Kinder der örtlichen Schule uns fordern uns auf mitzutanzen. Alle sind sehr stolz, ihr Land durch die Tänze vorstellen zu dürfen. Wir sehen einen Tanz für die Kaffeeernte, einen traditionellen Brautschautanz und einen Stierkampftanz. In dieser Region werden die Stiere beim Kampf nicht getötet. Die Kinder bekommen Riesenbeifall und die Schule ordentliche ‚Tips‘ (Geld). Keiner vergisst, ein paar selbstgemachte Souvenirs mitzunehmen. Wir entscheiden uns für handgemalte Lesezeichen und Holzschmuck.

Die Einwohner sind zwar nicht reich, haben aber ihr Auskommen und wirken sehr zufrieden. Sie sind stolz auf ihr schönes Land: Costa Rica, die ‚reiche Küste‘.

Übrigens: das lokale Bier heißt Imperial und schmeckt sehr gut. Dazu reicht man gerne die in Öl ausgebackenen ‚enpanadas‘.

Letzter Eindruck beim Ablegen: die unter Naturschutz stehenden braunen Pelikane, die auf einer unbewohnten Insel vor der Küste leben, begleiten das Schiff elegant aus der Bucht heraus, sodass wir uns mit großem Bedauern von Costa Rica verabschieden.

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