Brisbane – Eine junge Stadt

Brisbane ist die drittgrößte Stadt Australiens und die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland. Heute hat sie ca. 2,3 Millionen Einwohner. Das war 1825 noch ganz anders: es lebten 45 Männer und 2 Frauen hier (die armen Frauen).

Ein wenig Geschichte: Nachdem in Sydney immer mehr normale Siedler ankamen, mussten die Strafgefangenen an einem anderen Ort untergebracht werden. Thomas Brisbane fand hier einige gestrandete Holzfäller, die ihm zeigten, wo man Wasser finden kann – ein idealer Ort für die Strafgefangenen. So wurde aus diesem unbekannten Ort die heutige Stadt Brisbane. Im Jahre 1842 wurde die Ansiedlung von Strafgefangenen verboten und die Stadt zur Besiedlung freigegeben.

1893 (die schwarze Februar Flut), 1974 und 2011 wurde die Stadt von schweren Hochwassern heimgesucht, die weite Teile der Innenstadt überschwemmten. Auch heute noch sind die Einwohner stark den Naturgewalten ausgesetzt. Ein paar Tage vor unserer Ankunft tobte ein Zyklon durch die Stadt. Die Einwohner sagten uns, dass er nicht so stark war. Generell habe man vor dem Sturm weniger Angst als vor den Regenmassen, die er mitbringt. Und die waren diesmal nicht so extrem.

Aufgrund dieser Überschwemmungen liegt der botanische Garten auch außerhalb der Innenstadt mit 52 Hektar Pflanzen.

Wenn es hier regnet (meist in Sturzbächen) kommt allerlei Getier ins Haus. Zum Beispiel diese reizenden Schlangen. Wir wurden jedoch beruhigt: es seien nur Pythons- und die würden den Menschen nichts tun. Man sollte nur keine kleinen Hunde halten, denn die werden von ihnen erwürgt und gefressen. Wirklich sehr beruhigend!!

Man solle auch auf seinen Kräutergarten aufpassen, denn die Opossums fressen gerne Petersilie und Zitronenmelisse – jedoch keinen Koriander.

Allerdings kochen die Australier nicht so gerne- an unserem Tisch sitzen jetzt Michelle und Harry aus Sydney. Sie erzählten uns, dass die Australier meist auswärts essen gehen.

Und sie sagten uns, dass es in Australien eigentlich alle Tierarten der Welt gibt. Nach dem Motto: „Ask me, we have it“.

Heute geht es deshalb auch zu einem Koala-Reservat, wo die bedrohte Tierart aufgezogen wird. Sie ist bedroht durch Buschbrände und Autos und nicht etwa durch das normale Aussterben.

Koalas schlafen 18 – 20 Stunden pro Tag. Sie können deshalb so bequem auf einem Baum sitzen, weil sie eine Hornplatte im Rücken haben – also quasi eine eigene Stuhl-Lehne.

Und sie sind wirklich putzige Kerlchen. Gegen eine Gebühr darf man einen Koala-Bären ‚huggen‘ – also auf den Arm nehmen und umarmen. Ich habe es gemacht – und ich kann euch sagen, die sind erstaunlich schwer!

Die Koala-Bären stammen eigentlich nicht vom Bären ab, sondern von den Wombats. Das sind Pflanzenfresser, die in Höhlen leben. Sie haben am Rücken die gleiche Hornplatte wie die Koalas. Ihre größten Feinde sind die Dingos (australische Wildhunde). Kommt ein Dingo in ihre Höhle, legen Sie sich flach auf den Boden. Beugt sich der Dingo über sie, pressen sie ihn mit ihrer Rückplatte an die Höhlendecke – der Dingo hat keine Chance. Unser Wombat allerdings war sehr entspannt!

Es ist schon ungewöhnlich, wenn man durch das Reservat spaziert und die Kängurus springen direkt im Zentimeter-Abstand vorbei. Michelle erzählte uns, dass die Kängurus bis an ihr Haus kommen – ähnlich wie die Rehe in Deutschland.

Auch die Echsen lauern auf das, was die Besucher so beim Essen fallen lassen.

Oder man wird von einem Strauß überholt.

Auf der Rückfahrt bekommen wir bei einem Stopp noch einen Eindruck von der Skyline.

Auffällig ist die Freundlichkeit der Menschen und die Ruhe – ganz anders als in Sydney. In der Einkaufsstraße gibt es schön gestaltete Fassaden und wenn man über die Brücke geht, kommt man zum wunderschönen Kongresscenter und dem Botanischen Garten, in dem die Einwohner und Besucher relaxen.

Ein besonderes Highlight ist die Touristeninformation – ein altes Kino, dass auch so erhalten würde.

Äußerst beliebt bei den jungen Leuten ist der Schriftzug ‚Brisbane‘ direkt am Ufer.

Wir sind schon spät und nehmen uns für den Rückweg zum Bus eine Fahrrad-Rikscha. Der Fahrer ist ein junger Mann aus Madrid, der sich hier ein Jahr lang Geld verdient, um in Spanien seinen Master zu machen.

Auch Brisbane ist eine schöne Stadt – besonders für junge Leute.

Nächstes Ziel für Rosenmontag ist Airlie Beach – die Whitsunday Islands.

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